Dienstag, 21 März 2017 17:48 geschrieben von  Melanie Flechsig

GLANER DAMEN HOLEN BIG-POINT IN SPELLE-VENHAUS

Die Tabellenkonstellation Erster gegen Zweiter hielt was sie verspricht.

Der Aufsteiger aus Glane (15 Spiele, 34 Punkte) ist heute zum Tabellenersten nach Spelle-Venhaus (16 Spiele , 35 Punkte) gereist. Beide Mannschaften haben sowohl die wenigsten Gegentore bekommen (Glane 17; Spelle 16), als auch die erfolgreichsten Torjäger mit Rieger (Glane) 19 und Schwegmann (Spelle-Venhaus) 17 Treffern in ihren Reihen. Den Rückrundenauftakt haben sie ebenfalls erfolgreich absolviert und wollen sich nun einen Vorteil im Dreikampf mit Grenzland-Laarwald um die Tabellenspitze verschaffen.

Die Temperaturen sind im angenehmen zweistelligen Bereich und es regnet leicht. Zusätzlich drückt ein starker Wind auf ein Tor, welcher rückblickend betrachtet das Spiel mitunter entschieden hat. Glane stellt sich zu Beginn der Partie bewusst etwas tiefer und überlässt Spelle den Ballbesitz. Die Speller Defensive versucht ihr gewohntes Spiel von präzisen Pässen durch ein geöffnetes Mittelfeld durchzuziehen, doch die Glanerinnen warten geduldig und staffeln sich gut, sodass Spelle die Anspielstationen fehlen. Glane geht erst kurz nach der Mittellinie geschlossen in die Balleroberung - mit Erfolg. Der TuS erarbeitet sich einen Eckball,  den Marie Uchdorff in der 5. Spielminute mit viel Effet auf den zweiten Pfosten schlägt. Der Ball wird durch den starken Gegenenwind ins lange Eck gedrückt, ohne dass eine Spielerin ihn noch berührt hat. Mit doppeltem Rückenwind durch Wetter und Führungstreffer erspielt sich Glane mehr Sicherheit und kombiniert sich vor das Tor der Heimmannschaft. Die Speller Abwehr hat meist einen Fuß dazwischen und kann zur Ecke klären, diese kommen weiterhin brandgefährlich in den 16er.

In der 13. Spielminute verhungert ein Rückpass der Glaner Verteidigung im Gegenwind und die Speller Torjägerin Schwegmann lässt sich die Chance nicht nehmen und markiert aus dem Nichts den Ausgleich für den SC. Glane hat den Rückschlag jedoch schnell verarbeitet und zieht weiter den taktisch anspruchsvollen und laufintensiven Mix aus Abwarten, Pressing und Kontern durch. Der SC findet nicht in sein Spiel und hat Schwierigkeiten, sich Torraumszenen zu erspielen. Vor allem Torgarant Schwegmann tut sich gegen die gute Defensivarbeit rund um das Verteidigerduo Tigges/Jürgens schwer und erhält neue Instruktionen von Trainer Peters per Zettel an der Seitenlinie.

In der 17. Spielminute zeigt sich das gesamte Können der gefestigten Glaner Mannschaft. Uchdorff zieht von links in die Mitte und behauptet den Ball,  legt auf Rottmann ab, die in die Spitze auf Rieger spielt, Rieger löst sich mit einer kurzen Auftaktbewegung und lässt den Ball zurück auf Rottmann patschen, diese spielt den Ball postwendend zurück zu Rieger, die aus 11 Metern zentral vor dem Tor zum 1:2 trifft. Die verdiente Führung für die Glanerinnen. Der TuS nimmt nun etwas Tempo aus der sehr laufintensiven Partie, um die Ordnung beizubehalten. Spelle sieht eine Chance auf den Außenbahnen der Glanerinnen und versucht, ihre Stürmerin mit Bällen in die Diagonale zu erreichen. Der SC erarbeitet sich mehr Ballaktionen in der gegnerischen Hälfte, aber Glane lauert auf Konter.

In der 33. Spielminute ist es jedoch erneut eine Ecke, die Sprehe völlig freistehend am langen Pfosten zum 1:3 einnickt. Glane versucht den eigenen Aufwind und die Speller Unzufriedenheit zu nutzen und geht auf das entscheidende 1:4. Schäfer schickt Rieger im Zentrum, die verlängert den Ball für Sprehe, die nun frei vor Torfrau Rozmiarek auftaucht. Die Torfrau verkürzt den Winkel geschickt und wirft sich vor den Schuss. Es bleibt beim 1:3.

Trainer Niebusch ist bis auf das unnötige Gegentor mit der Leistung seiner Mannschaft sehr zufrieden. Jetzt gilt es, Ruhe in das eigene Spiel zu bringen und mit flachen Bällen das Spiel zu eröffnen. Die Erste Halbzeit habe gezeigt, wie stark der Wind hohe Bälle beeinflussen kann. Spelle kommt mit viel Druck aus der Halbzeitpause und spielt gezielt auf den Anschlusstreffer. Der Rückenwind tut auch den Spellerinnen gut, die jetzt weit in der gegnerischen Hälfte in die Balleroberung gehen. Der TuS kann sich gegen die gut anlaufende Speller Offensive und den Gegenwind nicht befreien und lange Bälle kommen postwendend zurück. Der SC kann die Überlegenheit nicht in etwas zählbares ummünzen, sodass die 2. Halbzeit bis zur 70. Minute ohne nennenswerte Torraumszenen bleibt.

Doch dann dreht Mittelfeldspielerin Anna Litmeyer auf und hebelt mit einem Doppelpass die rechte Abwehrseite der Glanerinnen aus, zieht in den 16er und schiebt zum 2:3 Anschlusstreffer ein. Spelle wittert nun die Chance auf den Punktgewinn und mobilisiert nochmal die letzten Kräfte. Beide Teams befinden sich am Limit und kämpfen um jeden Ball. Glane hat kaum noch Möglichkeiten zur Entlastung und muss einen Angriff nach dem nächsten abwehren.

Hier zeigt sich, warum Glane die wenigsten Gegentore der Liga kassiert hat. Spelle hat zwar deutlich mehr Ballbesitz, kann sich aber keine gefährlichen Torschüsse im 16er erarbeiten und ist zu Fernschüssen gezwungen, diese kann Niemann jedoch ohne große Probleme fangen. Die Schlussoffensive der Spellerinnen kommt zu spät und das Spiel endet 2:3. Das taktisch von beiden Seiten anspruchsvolle Spiel entwickelte sich in der Schlussphase nochmal zu einem richtigen Fight auf Augenhöhe zwischen dem Tabellenersten und zweiten. Am Ende haben die Glanerinnen das Spiel durch die Effektivität in der ersten Halbzeit und die disziplinierte Organisation für sich entscheiden können.

Aufstellung Spelle-Venhaus: Rozmiarek - C.Willers, Friesen, Kück, Reker, Litmeyer, Frecken (60. J. Willers), Bekel, Bohlin, Heeke - Schwegmann

Aufstellung TuS Glane: Niemann - C.Dreyer, Jürgens (61. A. Obermeyer), Tigges, Hufnagel - Raske, Rottmann - Sprehe, Schäfer (55. Börs), Uchdorff (80. Wittig) - Rieger (85. Zilt)

Torfolge: 0:1 Uchdorff (5.), 1:1 Schwegmann (13.), 1:2 Rieger (17.), 1:3 Sprehe (33.), 2:3 Litmeyer (71.)


Text: Elena Fosche

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